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In den letzten Jahren hat sich die Parodontalbehandlung zunehmend an dem klinischen Rahmenwerk „Treatment of Stage IV Periodontitis: The EFP S3 Level Clinical Practice Guideline” der Europäischen Föderation für Parodontologie (EFP) orientiert.
Zur Unterstützung dieses globalen Standards hat NSK das M.I.T.-Konzept entwickelt. Das M.I.T.-Konzept bietet sowohl Produkte zur Unterstützung der Parodontitisbehandlung als auch Möglichkeiten zum Lernen und Forschen im Bereich der Parodontalpflege.
Das M.I.T.-Konzept orientiert sich an den höchsten Standards der Parodontitisbehandlung – es basiert auf den klinischen S3-Leitlinien der EFP und stellt den Patienten in den Mittelpunkt. Dieser moderne Ansatz ermöglicht es, eine präzise, planbare und evidenzbasierte Behandlung von Parodontitis im Stadium I–III durchzuführen.
Durch die Anwendung dieses strukturierten, forschungsbasierten Rahmens können Sie Ihre Praxis optimieren, die Behandlungsergebnisse verbessern und sich an internationalen Standards in der Parodontitisbehandlung orientieren. Dieser Rahmen ermöglicht es, eine effektive, evidenzbasierte Behandlung durch drei zentrale Säulen zu gewährleisten:
Eine präzise Diagnose ist die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung. Es wird mit der Überprüfung der Risikofaktoren des Patienten begonnen (systemische, lokale und Lebensstilfaktoren). Anschließend wird eine vollständige intra- und extraorale Untersuchung durchgeführt und der Patient aktiv in die Behandlung einbezogen.
Es werden eine Diagnose und ein darauf basierender individueller Behandlungsplan erstellt, der auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten ist. Diese personalisierte Versorgung wird durch das umfassende Portfolio an Tools und Technologien von NSK ermöglicht, die Sie und die Patienten in jeder Phase der Parodontitistherapie unterstützen.
Die Patienten erhalten eine Schulung und Anleitung, um ihre Mundgesundheit selbstständig zu bewahren. Durch die aktive Einbindung der Patienten, Ihre Arbeit und die Lösungen von NSK werden langfristige Behandlungsergebnisse zu einem gemeinsamen Erfolg.
Alle Patienten sollten zunächst einer umfassenden Beratung und klinischen Untersuchung unterzogen werden, damit eine genaue Diagnose gestellt, der geeignete evidenzbasierte Behandlungsplan festgelegt und eine patientenzentrierte Aufklärung entsprechend dem individuellen Zustand des Patienten angeboten werden kann.
Die Parodontalbehandlung ist ein Eckpfeiler der Mundgesundheit – unerlässlich für jeden Patienten, unabhängig von den Symptomen. Schritt 0: Screening/Bewertung gilt universell, vom Erstbesucher bis zum Patienten in der Langzeitnachsorge. So wird sichergestellt, dass jeder Patient eine individuelle und evidenzbasierte Untersuchung erhält, die seinem jeweiligen Zustand zum Zeitpunkt der Behandlung entspricht.
Vor Behandlungsbeginn ist eine umfassende Untersuchung unerlässlich. Diese beinhaltet eine multidimensionale Beurteilung der Mundgesundheit, des Allgemeinzustands, der Lebensgewohnheiten und der Risikofaktoren des Patienten. Auf Grundlage dieser gründlichen Analyse wird eine Diagnose gestellt, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und bewährten klinischen Verfahren basiert. Das Ziel ist klar: Einen Behandlungsplan zu entwickeln, der exakt auf die individuellen Bedürfnisse jedes Patienten zugeschnitten ist. Schritt 0 ist mehr als nur ein Ausgangspunkt – er ist der Kern klinischer Exzellenz. Indem der Ansatz als Team konsequent verfolgt und in die tägliche Praxis integriert wird, verbessert sich die Behandlungsqualität, steigert sich die Patientenzufriedenheit und ein langfristiger Behandlungserfolg stellt sich ein.
Beurteilen Sie den aktuellen Zustand des Patienten anhand von Parodontaldiagrammen (Taschen-/Sondierungstiefen, Blutung auf Sondierung (BOP), Messungen des klinischen Attachmentniveaus (CAL) und Biofilm-Scores) sowie geeigneten Röntgenaufnahmen.
Erläutern Sie den Zweck eines minimalinvasiven Ansatzes (und stellen Sie gegebenenfalls das M.I.T.-Konzept vor). Ermitteln Sie, welchen Behandlungsplan der Patient aktuell durchläuft, und besprechen Sie dies mit ihm, um Verständnis und Mitarbeit zu gewährleisten.
Schritt 1 konzentriert sich auf Verhaltensänderungen und die Kontrolle des supragingivalen Biofilms. Dies umfasst eine individuelle Mundhygieneschulung (z. B. Zähneputzen und Zahnzwischenraumreinigung), die professionelle mechanische Plaqueentfernung (PMPR), die Beseitigung von Plaque-Retentionsfaktoren und die gezielte Kontrolle von Risikofaktoren (z. B. Raucherentwöhnung und Blutzuckereinstellung). Ziel ist es, den Patienten einzubinden und zu motivieren, um letztendlich optimale Voraussetzungen für eine subgingivale Therapie zu schaffen.
Schritt 1 umfasst die meisten Patientengruppen, insbesondere Patienten mit gesundem Zahnfleisch, Gingivitis, Parodontitis, periimplantärer Gesundheit, Perimukositis und/oder Periimplantitis. Patienten können beispielsweise eine Zahnfleischentzündung aufweisen, die durch Rötung, Schwellung und Blutung auf Sondierung gekennzeichnet ist. Die Plaquekontrolle kann unzureichend sein, und der Patient muss möglicherweise noch konsequente Mundhygienegewohnheiten entwickeln. Supragingivale Plaque und Zahnstein können sich stark angesammelt haben, und systemische Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes können zum parodontalen Zustand beitragen.
Das Hauptziel besteht darin, Biofilm zu eliminieren, plaquebedingte Retentionsfaktoren wie Verfärbungen zu entfernen, Entzündungen zu reduzieren und – soweit relevant – die aktive Mitarbeit des Patienten zu fördern. Supragingivale Plaque und Zahnstein können effektiv entfernt werden, um eine frühzeitige Entzündungsreaktion zu verhindern und ein gesundes Parodontalmilieu zu schaffen.
Die Behandlung der Patienten kann durch supragingivale/mukosale Biofilmentfernung, PMPR (professionelle mechanische Plaqueentfernung) und die Behandlung plaque-retentiver Faktoren erfolgen. Gängige Behandlungsmethoden sind beispielsweise die Pulverstrahlbehandlung, piezoelektrisches Ultraschall-Scaling/Luft-Scaling, manuelle Instrumentierung, Polieren und der Einsatz rotierender Instrumente (zur Behandlung plaque-retentiver Faktoren).
Schritt 2 konzentriert sich auf die subgingivale Instrumentierung, die Entfernung von subgingivalem Biofilm und Zahnstein sowie die Reduzierung von Blutungen und Sondierungstiefen ohne chirurgischen Eingriff. Eine qualitativ hochwertige Instrumentierung und regelmäßige Nachuntersuchungen sind in dieser Phase entscheidend.
Der Patient kann folgende Symptome aufweisen:
Parodontitis: Eine Entzündung des Zahnhalteapparates mit fortschreitendem Verlust des Parodontalligaments und des Alveolarknochens, die zu klinischem Attachmentverlust (CAL) und Zahnfleischtaschen (oft mit Blutung auf Sondierung und/oder Eiterbildung) führt. Unbehandelt kann sie zu Zahnlockerung und potenziell zu Zahnverlust führen.
Perimukositis: Eine reversible, plaqueassoziierte Entzündung, die auf das periimplantäre Weichgewebe beschränkt ist und sich durch Blutung auf Sondierung (Eiterung), Erythem und Ödem äußert, ohne dass radiologisch über das anfängliche postimplantäre Remodeling hinaus Knochenverlust nachweisbar ist.
Periimplantitis: Eine Entzündung der Mundschleimhaut mit fortschreitendem Verlust des Alveolarknochens im Vergleich zum Ausgangszustand, typischerweise begleitet von erhöhten Sondierungstiefen und Blutung auf Sondierung und/oder Eiterbildung. Ohne Intervention ist ein Implantatversagen wahrscheinlich
Die effektive Entfernung von subgingivalem Biofilm und Zahnstein reduziert Entzündungen in Zahnfleischtaschen, fördert die Heilung des Weichgewebes und verringert die Taschentiefe – eine Grundlage, die die Wahrscheinlichkeit zukünftiger chirurgischer Eingriffe senkt. Die Entfernung von plaqueintensiven Faktoren wie Zahnüberhängen kann erforderlich sein, und die kontinuierliche Mitarbeit des Patienten ist unerlässlich.
Die Behandlung der Patienten erfolgt durch die Entfernung des subgingivalen/submukosalen Biofilms. Gängige Behandlungsmethoden sind beispielsweise die Pulverstrahlbehandlung, das piezoelektrische Ultraschallscaling bzw. Scaling mittels Airscaler und/oder die manuelle Instrumentierung.
Schritt 3 zielt auf verbliebene tiefe Taschen und schwer zu reinigende Defekte ab. Mithilfe einer ortsspezifischen Korrekturtherapie wird eine gründliche Dekontamination ermöglicht und Gewebe gegebenenfalls umgeformt oder regeneriert. Dies kann resektive oder regenerative Parodontalchirurgie sowie parodontale plastische Verfahren umfassen, die zur Stabilisierung des Parodontiums und zur Verbesserung der langfristigen Erhaltung ausgewählt werden.
Der Patient zeigt weiterhin Stellen, die sich durch die fortgesetzte nicht-chirurgische Therapie (Schritt 1 und Schritt 2) nicht ausreichend verbessern. Diese Bereiche unvollständiger Heilung deuten auf die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs bzw. gezielter Verfahren nach Schritt 2 hin, um persistierende Zahnfleischtaschen zu korrigieren und die korrekte parodontale Architektur wiederherzustellen.
Ziel ist es, Zahnfleischtaschen zu beseitigen oder zu reduzieren und Knochendefekte zu beheben – letztendlich die aktive Erkrankung zu stabilisieren, den langfristigen Zahnerhalt zu unterstützen und eine funktionelle Rehabilitation zu ermöglichen.
Die Behandlung kann Folgendes umfassen: Knochenumbau, Knochenregeneration und/oder Transplantationen von Hart- und Weichgewebe.
Schritt 4 konzentriert sich auf die unterstützende Parodontalbehandlung (Erhaltungstherapie) – ein lebenslanges, risikobasiertes Programm mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, Überwachung (z. B. Blutung auf Sondierung, Sondierungstiefen, Stabilität) und individuell abgestimmter Prävention zur Erhaltung der Zahngesundheit und Vorbeugung von Rezidiven. Es fördert die häusliche Mundhygiene und die Kontrolle von Risikofaktoren (z. B. Rauchen, Blutzuckereinstellung) und bietet professionelle Prophylaxe sowie gezielte Nachbehandlungen, um die Stabilität langfristig zu gewährleisten.
Das Parodontalgewebe des Patienten ist klinisch stabil und zeigt nur geringe bis keine Entzündungszeichen. Die Zahnfleischtaschen sind nicht tief, es tritt keine Blutung auf Sondierung auf und es gibt keine Anzeichen einer Infektion. Der Patient praktiziert eine ausgezeichnete Mundhygiene und ist weiterhin hochmotiviert. Die fortlaufende unterstützende Parodontaltherapie trägt wirksam dazu bei, ein Wiederauftreten der Erkrankung zu verhindern.
Die parodontale Stabilität nach der Behandlung wird durch kontinuierliche Nachsorge erhalten und ein Wiederauftreten der Erkrankung verhindert. Patienten werden befähigt, eine effektive Mundhygiene beizubehalten und dauerhaft motiviert zu bleiben. Gleichzeitig wird die Früherkennung und ein rechtzeitiges Eingreifen ermöglicht – allesamt Schlüsselfaktoren für den langfristigen Zahnerhalt.
Patienten können durch supragingivale/mukosale Biofilmentfernung, PMPR (professionelle mechanische Plaqueentfernung) und Management plaque-retentiver Faktoren behandelt werden. Gängige Behandlungsmethoden sind beispielsweise Pulverstrahlbehandlung, piezo-ultraschallgestütztes/luftbasiertes Scaling, manuelle Instrumentierung und Politur.
Die Nachsorge sollte alle 3–12 Monate (je nach Bedarf des Patienten) erfolgen.
Ein Patient mit Parodontitis bleibt immer ein Patient mit Parodontitis.
M.I.T. unterstützt Sie und Ihr Team als zahnärztliche Entscheidungsträger und fördert ein einheitliches Verständnis innerhalb Ihres klinischen Teams für die Parodontalbehandlung, denn:
Es geht nicht darum, allen Patienten die gleiche Behandlung zukommen zu lassen, sondern vielmehr darum, die individuelle Situation jedes Patienten zu verstehen und den geeigneten Behandlungsansatz entsprechend anzupassen.
Es bietet Platz für ein breites Spektrum an Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen und Stadien der Parodontalbehandlung.
Es ist patientenorientiert, bietet klinische Wahlmöglichkeiten und unterstützt evidenzbasierte Parodontalbehandlung.
„NSK hat sich bei der Entwicklung des MIT Konzeptes eng an den in den EFP Leitlinien dokumentierten internationalen Standards für eine zeitgemäße Parodontitistherapie orientiert. Sie haben für jede der vier Phasen der Paro-Therapie - von den beiden nicht-chirurgischen über die chirurgische Phase bis hin zur Nachsorge - die optimal geeigneten Geräte aus ihrem umfassenden Portfolio herausgesucht und erlauben den Klinikern somit eine individuelle und flexible Auswahl. Mit dem MIT Konzept unterstützt NSK damit die Implementierung der in den EFP Leitlinien dargestellten Standards für die tägliche Praxis.“